Die Kaffeebohne ist eine Hochstaplerin
Sie heißt Bohne, sieht aus wie eine Bohne und ist doch der Kern einer Kirsche. Eine kleine Richtigstellung zum Frühstück.

Wir müssen reden. Über die Bohne. Sie hat sich diesen Namen nämlich erschlichen. Botanisch ist sie keine Hülsenfrucht, sondern der Kern einer kleinen roten Frucht: der Kaffeekirsche. Wer also morgens „Bohnen“ mahlt, mahlt streng genommen Kirschkerne. Klingt weniger elegant, schmeckt aber genauso gut.
Zwei Kerne, Rücken an Rücken
In jeder Kirsche liegen normalerweise zwei Kerne, die flachen Seiten aneinander. Daher die typische Form mit der Kerbe in der Mitte. Manchmal wächst nur ein einziger, runder Kern heran. Der heißt Perlbohne und wird von manchen Röstern extra aussortiert und wie ein kleiner Schatz behandelt.
Aha Das Wort „Bohne“ kommt vermutlich gar nicht von der Bohne. Im Arabischen heißt die Kaffeefrucht „bunn“. Unsere Vorfahren haben daraus gemacht, was sie kannten.
Warum die Ernte Handarbeit ist
Kaffeekirschen an einem Strauch werden nicht gleichzeitig reif. Rot, gelb und grün hängen nebeneinander. Wer nur die reifen will, muss mehrmals durch die Reihen gehen und von Hand pflücken. Das ist mühsam, aber der Unterschied landet später in der Tasse: Unreife Kirschen schmecken grasig, überreife gären.

Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch entfernt, der Kern getrocknet, und erst dann reist er als Rohkaffee im Jutesack zu uns nach Menden. Bis hierhin hat er mit dem Duft, den du kennst, noch nichts zu tun. Den bekommt er erst in der Trommel.
Für den nächsten Kaffeeklatsch: Frag in die Runde, zu welcher Obstsorte Kaffee gehört. Die Gesichter sind es wert.



