Sidamo: Kaffee aus dem Waldgarten
Äthiopien gilt als Heimat des Kaffees. Unser Sidamo erzählt davon, mit Blüten in der Nase und Schokolade im Abgang.

Die Legende geht so: Ein Hirte namens Kaldi wundert sich, warum seine Ziegen nachts nicht schlafen und stattdessen tanzen. Er probiert die roten Früchte, an denen sie geknabbert haben, und der Rest ist Frühstücksgeschichte. Ob es Kaldi je gab, weiß niemand. Sicher ist nur: Der Arabica-Kaffee stammt aus dem Hochland von Äthiopien.
Auf 2.000 Metern, im Schatten
Unser Sidamo wächst im Süden des Landes, auf rund 2.000 Metern Höhe. Viele Bauern dort ziehen ihren Kaffee nicht in Reih und Glied, sondern in Waldgärten, zwischen Bäumen, Bananenstauden und allem, was sonst noch wächst. Die Kirschen reifen im Schatten langsamer. Langsam ist bei Kaffee fast immer eine gute Nachricht.
Aha In Äthiopien gehört zur Kaffeezeremonie, dass die Bohnen frisch in der Pfanne geröstet werden. Getrunken wird in drei Runden. Wer nach der ersten geht, gilt als unhöflich.
Und wie schmeckt das?
Blumig in der Nase, schokoladig im Abgang, dazu eine feine Säure, die eher an reifes Obst erinnert als an Zitrone. Der Sidamo ist ein reiner Arabica und einer der leiseren Kaffees in unserem Regal. Er drängelt sich nicht vor, er bleibt.

Wir trinken ihn am liebsten gefiltert, ohne Milch und ohne Eile. Aber das ist nur unsere Meinung. Dein Kaffee, deine Regeln.
Mini-Aufgabe für diese Woche: Trink die erste Tasse im Stehen am Fenster, wie eine äthiopische erste Runde. Für Runde zwei und drei darfst du dich setzen.



